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Buchvorstellung und Lesung mit Raphaël Esrail

12
Feb

Buchvorstellung und Lesung mit Raphaël Esrail

Am 12. Dezember 2020 besuchten Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs im Rahmen des Französischunterrichts eine Buchvorstellung in der Französischen Botschaft in Berlin. In seinem Buch L’espérance d’un baiser. Le témoignage de l’un des derniers survivants d‘Auschwitz (deutscher Titel: Die Hoffnung auf einen Kuss – Auschwitz, Liliane und ich) berichtet der Franzose Raphaël Esrail, geboren 1926, aus seinem Leben. Er leistete in seiner Heimatstadt Lyon Widerstand gegen die Nazibesatzung und die kollaborierende Vichy-Regierung, wurde als Jude verhaftet und gefoltert sowie ins Sammellager Drancy bei Paris gebracht, wo er seine spätere Frau Liliane und ihre beiden jüngeren Brüder, René und Henri, kennen lernte. Er beschreibt auch die tagelange Reise in Viehwaggons nach Auschwitz, die Selektion direkt nach der Ankunft, die Zwangsarbeit in der Fabrik Union-Werke, das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und den Todesmarsch im Januar 1945 sowie seinen Aufenthalt in weiteren Lagern, bis er am 1. Mai 1945 von der Roten Armee befreit wurde.  Das Buch wurde ins Deutsche übersetzt und 2019 von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas herausgegeben.

Seit den 80er Jahren ist Raphaël Esrail in Frankreich, Polen und Deutschland als Zeitzeuge tätig. Monsieur Esrail hielt eine beeindruckende Rede, in der er auch die Wichtigkeit der deutsch-französischen Freundschaft, der Zusammenarbeit und des Zusammenhalts in Europa betonte. Danach las Florian Stettner aus der deutschen Übersetzung. Raphaël Esrail beantwortete im Anschluss gerne alle Fragen der anwesenden Jugendlichen und forderte sie auf, selbst weltoffen zu sein und sich gegen Hass, Menschenfeindlichkeit und jegliche Form von Verblendung zu stellen.

 

Hier einige Rückmeldungen der Anwesenden:

Die Buchvorstellung „Die Hoffnung auf einen Kuss – Auschwitz, Liliane und ich“ von Raphaël Esrail hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr bewegend sowie auch informativ. Eigentlich interessiere ich mich nicht so für Geschichte, aber seine war spannend und ich finde, dass er seine Geschichte für die Nachwelt erzählt hat, ist wichtig, denn das, was ihm in seinem Leben widerfahren ist, hätte kein Mensch erleben müssen und darf nie wieder passieren. Außerdem habe ich großen Respekt und finde es sehr mutig, dass er an den Ort des Geschehens mit Schülern gegangen ist und seine Geschichte weiter erzählt, obwohl sie ein Trauma hinterlassen hat und es ein sehr emotionales Thema ist.

(Schülerin, 12. Jahrgang)

Die Lesung mit Herrn Esrail war für mich wirklich interessant, gerade auch, weil im Geschichtsunterricht der Eindruck, wie es in Auschwitz zuging, nicht so vermittelt werden kann wie durch einen Zeitzeugen.

(Schülerin, 12. Jahrgang)

Es war sehr interessant, über seine Vergangenheit in Auschwitz zu erfahren. Er hat sehr offen über die Geschehnisse in Auschwitz gesprochen.

(Schülerin, 12. Jahrgang)

Die Veranstaltung zu Buchvorstellung hat mir gefallen. Es war informativ, wurde gut rübergebracht. Die Fragen der Leute wurden von dem Zeitzeugen selbst beantwortet. Wir haben einen guten Einblick in sein Leben bekommen, es hat Spaß gemacht. Außerdem gab es die kostenlose Dreingabe der Erstauflage der deutschen Version des Buches und der persönliche Text war auch nett von ihm.

(Dennis, 12. Jahrgang)

Mich hat vor allem beeindruckt, wie freundschaftlich, herzlich und zugewandt monsieur Esrail uns begegnet ist. Er hat sich sogar die Zeit genommen, uns allen persönliche Widmungen in unsere Buchexemplare zu schreiben und nachzufragen, von welcher Schule wir kamen.

Ich erachte die Arbeit der Zeitzeugen gerade heute für immens wichtig. Wir sollten uns alle bemühen, ihr Erbe der Information und der Aufklärung an die kommenden Generationen weiter zu tragen.

(Kirsten Jäger, Französischlehrerin)

 

Auf Twitter finden Sie eine Meldung zur Buchvorstellung und Fotos von monsieur Esrail mit seiner Dolmetscherin sowie von Florian Stettner, der aus der deutschen Übersetzung las.

@FranzBotschaft     12. Dez. 2019  

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