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Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald (Weimar) 03.12-06.12.2018

27
Jan

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald (Weimar) 03.12-06.12.2018

Unsere 13. Jahrgangsstufe der gymnasialen Oberstufe hat im Dezember eine Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald unternommen.

Was unsere Schülerinnen und Schüler dort an neuen Erfahrungen, Wissen und Eindrücken mitgenommen haben, erzählen sie Ihnen in folgenden Tagesberichten am besten selbst.

Sie hatten dabei diese konkrete Aufgabenstellung erhalten:

Erstellen sie in Gruppenarbeit einen Homepageartikel für „ihren“ Tag. Stellen Sie sich vor, Sie wären Journalisten für unsere Schule und berichten jeden Tag über Erlebnisse, Ereignisse und neue Inhalte, die Ihnen begegnet sind. Es kommt auch auf interessante und ausdrucksstarke Fotos an.

Auch wir Lehrer bedanken uns an dieser Stelle nochmal für die förderliche Lernatmosphäre und freuen uns auf eine baldige Wiederholung.

Unser Dank geht auch an den Förderverein unserer Schule!

Viel Spaß beim Lesen!

Alle Tage: Emotionale Lehrfahrt nach Weimar – „Jedem das Seine“

Von: Lisa-Marie H., Marie O., Zoubaida F., Karolina M., Daniel B., Sophie A.

Am Montag, den 3.12.2018 fuhr die 13. Jahrgangsstufe mit den Lehrer/innen gemeinschaftlich mit dem Zug nach Weimar. Gebucht war eine Jugendherberge in direkter Nachbarschaft zur Gedenkstätte Buchenwald. Dort angekommen, stellte sich die Zimmeraufteilung etwas chaotisch dar. Wie die Schüler erfuhren, wurden diese Häuser früher von der SS als Kasernen genutzt. Das gab den Räumlichkeiten nochmal eine ganz andere Bedeutung.

Nach dem Mittagessen und der Zimmeraufteilung ging es gemeinsam mit dem Tourguide durch das Tor mit der Inschrift „Jedem das Seine“ auf das ehemalige Gelände des Arbeitslagers. Die Aufschrift lässt erahnen, wie die Regeln der Nationalsozialisten waren: „Jeder bekommt das was er verdient.“

Der Guide erklärte, dass auf dem Appellplatz die Insassen stundenlang bei Wind und Wetter sowie Kälte und Regen stehen mussten.

Unter anderem besuchte die Schülergruppe eine nachgebaute Baracke. Hier konnte man eindrucksvoll und zugleich erschreckend erahnen, wie weitläufig das Gelände war und wie viele tausend von Menschen hier interniert wurden.

Die Guides berichteten von vielen grausame Taten aus der damaligen Zeit. So wurden die Juden (und andere Gruppen) in das „System“ der Nationalsozialisten integriert. Die Insassen konnten sich zu „Kapos“ hocharbeiten. Die Kapos (ital. ‚Kopf‘) bekamen besseres Essen und hatten Vorteile, u.a. im „Gesundheitssystem“. Ihre Aufgabe war es, ihre eigenen Kameraden zu kontrollieren und zu beaufsichtigen. Es gab gute und böse Kapos. Während die einen versuchten Menschenleben zu retten und dem ein oder anderen Insassen eine größere Essensration zukommen ließen, oder ihn vor schwerer Arbeit verschonten, nahmen die
bösen Kapos grausame Züge an und setzten den Willen der
Nationalsozialisten durch. Des Weiteren haben wir auch die Werkstatt besucht. In dieser wurden uns Funde aus der damaligen Zeit gezeigt, unter anderem eine Suppenschüssel mit einer Nummerngravur.

Wenn man bedenkt, dass diese Gegenstände die einzigen waren, die die Insassen im Arbeitslager besessen haben und welche Dramatik sich dahinter verbirgt, spürt man eine sehr düstere Aura. Des Weiteren haben wir Grabsteine besucht, die zum Gedenken an die Ermordeten Insassen aufgestellt wurden. Im Wald gab es außerdem zahlreiche Holzkreuze, die zum Gedenken an die im KZ verstorbenen Menschen aufgestellt wurden.

Für viele Schüler/innen war eine Abwechslung sehr willkommen,
da dies doch einige zutiefst berührte. Die erste Exkursion führte den Jahrgang auf den Weihnachtsmarkt in Weimar. Dort konnten alle ein wenig abschalten und sich untereinander besser kennenlernen.

Am folgenden Tag wurde eine interessante Exkursion in das Goethehaus unternommen. Die Schüler/innen konnten Goethes Wohnhaus besichtigen und sich viele Informationen über ihn aneignen, um dann einen Ausgleich vom Lernen zu schaffen, ging es am Abend in ein Bowlingcenter.

Bereits am Donnerstag, dem Nikolaustag, ging es nach dem Frühstück zurück nach Berlin. Die Stimmung am Morgen war insgesamt gut und alle freuten sich auf die Rückreise. Die Jugendherberge war gut ausgestattet. So gab es WLAN und auch das Essen war in Ordnung. Die Zimmer waren relativ groß und sauber.

Wenn man nicht daran denkt, dass dies eine ehemalige Kaserne der Nationalsozialisten ist und die Jugendherberge sich in nächster Nähe zum ehemaligen Arbeitslager befindet, könnte man den Ort als „freundlich und verschlafen“ bezeichnen.

Besonders in Erinnerung blieb den Schüler/innen der Steinbruch am Waldrand. Er strahlt heute eine „Ruhe“ aus. Doch wenn man bedenkt, was dort vor 76 Jahren geschah, dann sieht man diesen Ort mit anderen Augen. In diesem Steinbruch mussten die Insassen bis zur Erschöpfung arbeiten. Viele kamen hier zu Tode.

Buchenwald – Erinnerungen, die die Schüler/innen nicht so schnell vergessen werden.

Wir finden, dass diese Art des Unterrichts viel informativer und einprägsamer ist, als der übliche Unterricht. Das liegt aber auch daran, dass viele Emotionen vorhanden waren und man dadurch eine gewisse „Verbundenheit“ spürt.

Allerdings muss man an die Lehrer/innen auch ein Lob aussprechen.

Die Organisation – außer bei der Zimmerverteilung – war gut und auch der Tapetenwechsel war teilweise nötig.

Abschließend sind wir uns einig: wir würden wieder mitfahren!

Montag: Bericht über den ersten Tag im KZ Buchenwald

Von: Leon Zipser, Kevin Rahn, Leon Rudnick, Alexander Rommeiß, Rodrigo Fernandez, Rumen Stoev und Emre Sezer

Wir schreiben Montag, den 03.12.2018. Um 7.15 Uhr versammelten sich 67 Schüler und vier Lehrer auf dem Bahnsteig 6 des Berliner Hauptbahnhofes.
Nach einer 2 1/2 stündigen Bus- und Bahnfahrt fanden wir uns im Stuhlkreis des Arbeitszimmers einer Jugendherberge auf dem Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Buchenwald wieder.

Uns wurde ein Betreuer vorgestellt, welcher in den nächsten Tagen die Rolle eines sogenannten „Touristenführers“ einnahm. Wir besprachen Erfahrungen, erste Eindrücke sowie Erwartungen und Wünsche an die bevorstehende Zeit hier in der Gedenkstätte.
Nach dem Mittagessen ging es dann auch schon los und wir brachen zu unserer ersten Führung durch das Lager auf.
Der erste Stopp trug den Titel „Rolle der SS“ und unser Betreuer klärte uns vor einer ehemaligen Kaserne über das Verhalten und die allgemeine Position der Schutzstaffel im KZ Buchenwald auf.
300 Meter weiter hielten wir an der „Buchenwaldbahn“ an, welche von Häftlingen erbaut werden musste. Von dort aus wurden Gefangene sowohl nach als auch von Buchenwald transportiert.
Daran grenzt der „Karacho-Weg“, auf dem die neuangekommenen „Straftäter“ durch die rechts und links stehenden Wachmänner erste Gewalt und Misshandlungen erfuhren, an.
Generell war das ganze Gebiet, auf dem sich die Häftlinge befanden von einem mit Strom betriebenem Stacheldrahtzaun umgeben. Dieser war 2,5m bis 3m hoch und wurde alle 20m von einem Wachturm unterbrochen.

Weiter zur Mitte des Lagers hin wurde uns ein Gemäuer vorgestellt, welches einem Zoo nicht unähnlich war. Dort wurden Bären gehalten, welche zur Belustigung der Offiziere und SS- Soldaten dienten. Der damalige Lagerkommandant und

SS-Standartenführer Karl Otto Koch war ein sehr großer Tierfreund und behandelte die Tiere besser als die Gefangenen

Es wurde allmählich dunkel und unser Betreuer führte uns in ein Häuschen mit nur einem Raum. In der Mitte dieses Zimmers stand ein 5 m2 großes Modell des Konzentrationslagers Buchenwald von 1943. Nach längerer Betrachtung und Nennung der einzelnen Bereiche sprachen wir über Gründe, die zur Inhaftierung führten sowie die Einteilung der Häftlinge in einzelne Gruppen mit Rangordnungen und Teile des Lagers.
Jeder Häftling bekam ein Kennzeichen, an dem man gut erkennen konnte, warum er dort hingebracht wurde.

Wir verließen das Haus nach einer Stunde und gingen weiter zum vorletzten Punkt des Tages: dem „Tor“. Dieses große, rote Tor stand vor dem Apellplatz und trug die Inschrift: „Jedem das Seine“. Was das bedeutet, ist vielseitig interpretierbar, sollte aber wohl so viel bedeuten, dass jeder seine gerechte Strafe erhält.
Wir schlossen den Tag mit einer Dokumentation ab, in der drei ehemalige Häfltinge über den Alltag im KZ Buchenwald informierten. Der erste Tag unserer Fahrt hinterließ einen bleiben Eindruck und gemischte Gefühle.

Dienstag: Tag zwei der Kursfahrt nach Weimar

Von: Arthur, Cedric, Orhan, Jenny, Maria, Matheus, Emre G.

Weimar, genauer: Ehemaliges Konzentrations- und Arbeitslager Buchenwald. 7.30 Uhr. Aufstehen. Frühstück ist um 8:00 Uhr. Essen. Die Stimmung könnte besser sein, denn um 9.00 Uhr geht es los. Treffpunkt: Arbeitsraum. Zwei Gruppen, zwei Häuser, zwei Betreuer, ein Thema: „Konzentrations- und Arbeitslager Buchenwald“.

Die heutige Gedenkstätte hat zwei Betreuer gestellt, die in kleinen Gruppen durch die Gedenkstätte führen und uns einen thematischen Einblick in die Geschichte dieses Arbeiterlagers geben sollen. Es ist 9.15 Uhr, der Tag beginnt mit der Präsentation der Tagesordnung. Als erstes geht es raus. Ab in die Kälte. Immerhin: blauer Himmel und Sonnenschein. Eine außerordentlich seltsame Stimmung. Heute laufen über den historischen Boden – auf dem viele Menschen starben – Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Rentner. Kurz: Touristen. Warum? Die einen, weil sie es müssen, die anderen, weil sie es wollen. So oder so, es hat etwas Komisches.

Als erstes geht es zu dem berüchtigtsten Arbeitsplatz, dem Steinbruch. Insassen des Arbeiterlagers wurden dort 365 Tage im Jahr gezwungen, bei Wind und Wetter Steine zu brechen. Unmenschlich. Arbeitskleidung, die als solche nicht bezeichnet werden sollte: Mit Holzschuhen ausgestattet ging es eine 60 Meter lange Rampe hoch. Im Winter. Auf vereistem Boden. Mit schwerem Stein. Im Laufschritt. Von früh morgens an: Stein nehmen, hoch, ablegen, runter, nehmen, hoch, ablegen, runter, nehmen, hoch, runter. Im Akkord. Bis zur Mittagspause. Jedoch galt diese nicht für die Insassen. Die SS-Leute mussten essen, die Insassen stehen. Nach 30 Minuten „Steh-Pause” ging es wieder zurück an die Arbeit. Trauriger als der tägliche Tod von einem Duzend Insassen ist, dass der Aufwand nicht einmal einen richtigen Zweck hatte. Der Stein war zu weich, um damit effizient zu bauen.

Der nächste Stopp ist als Schwarzer Bunker” bekannt. Darüber zu erzählen hat keinen Zweck. Es ist genau das, was der Name impliziert. Von außen ein Bunker, innen: dunkel, schwarz. Gedacht für besondere Häftlinge. Viele kleine Zellen, die alle abgedunkelt werden konnten. Menschlich ist anders.

Der am Vortag nicht ersichtliche Appellplatz ist nicht so groß, wie er auf der Karte aussah. Fast alle Barracken zerstört und nur die Gebäudeumrisse sind auf dem Boden ausgewiesen. Hier standen also täglich die Insassen. Erstaunlich, wie zwei so unterschiedliche Leben auf dem gleichen Boden stattfinden können. Die einen krank, erschöpft, halbtot, fürchten um ihr Leben, wir, die anderen, wohlgenährt, kraftvoll, frei. Eins haben die Menschen damals mit vielen von uns gemeinsam: Sie wollten nicht da sein. 

Stopp Nummer zwei. Der „Pferdestall”. Dieses Mal nicht so eindeutig, was darin vor sich ging. Denn mit Pferden hat es nur entfernt zu tun, bis auf, dass Menschen wie Tiere behandelt wurden. Nicht wie der süße Hund des Nachbarn, sondern eher wie ein Schwein, das geschlachtet werden muss. Also eine ausgeklügelte Mordanlage.

Danach halten wir am Krematorium an. Wir werden gewarnt. Es solle ein Bild geben, dass verstörend wirken kann. Es soll ein von den Amerikanern gestelltes Bild sein. Uns ist es auf Wunsch erlaubt, das Krematorium nicht zu betreten.

Das Gebäude hat eine bedrückende Wirkung. Alle Menschen sind ruhig, keiner redet. Ein paar flüstern. Raum eins diente der Leichenuntersuchung. Hier wurden unter anderem die Goldzähne entfernt. Raum zwei wird als Bilderausstellung genutzt. Hier hängt das besagte Bild.

Viele Menschen stehen wie angewurzelt davor. Zu sehen ist ein Haufen bestehend aus nackten Leichen, die vor dem Krematorium lagen. Pervers. Wir standen genau dort und wurden vor einem verstörenden Bild gewarnt, das auf dem exakt gleichen Boden zustande gekommen ist, nur viel früher. Nochmal: Pervers. Wir hier auf einem kleinen Platz, der als Leichenlager diente. Ein komisches Gefühl.

Was haben die Amerikaner nur gedacht, als sie diesen Leichenhaufen zusammengetragen haben? Dieses Vorgehen ist auf jeden Fall fragwürdig. Manche verstehen das nicht so recht und witzeln rum. Ekelhaft.

Raum drei. Die Ofenanlage. Erinnert eher an einen Bäckereiofen, als an eine Massenverbrennungsanlage für Leichen. Zwei Öfen mit jeweils drei Brennkammern, von einer örtlichen Firma eingebaut. Unvorstellbar. Eine Person hat diesen Ofen in einen „Witz” eingebunden. Unangemessen ist sehr sanft ausgedrückt. Zeigt allerdings nur, dass die mitzuteilende Botschaft der Gedenkstätte nicht angekommen ist. Auf die schreckliche Zeit hinzuweisen, die Opfer ins Gedächtnis zu rufen und ein Bewusstsein für die Grausamkeit der Taten zu erlangen, um so etwas in Zukunft verhindern zu können. Vielleicht war es aber auch die Folge einer innerlichen Überreaktion und diente nur der Verschleierung des Schocks. Es ist zu hoffen, dass es letzteres ist. Ein Glück hat das fast niemand gehört.

Danach: Freie Zeitgestaltung bis 12.30 Uhr. Empfohlen wird die Ausstellung im Kammergebäude „Ausgrenzung und Gewalt. Buchenwald 1937 – 1945“. Manche gehen der Empfehlung nach, andere schauen sich woanders um. Wiederum andere gehen auf ihr Zimmer. Die Ausstellung hat diverse Fotos, Videos, Audiodateien und Ausstellungsstücke die einen interessanten und einprägsamen Eindruck geben. Es gibt eine Vitrine mit vielen verschiedenen Uniformen. Nicht nur die der Offiziere oder SS-Soldaten, sondern, und vor allem, die der ehemaligen Insassen. Nicht gereinigt oder verändert. Es sind sogar noch Blutflecken zu sehen. Erstaunlich ist auch eine Informationstafel, die über „Winkel“ informiert. Jeder Insasse wird so genau eingeteilt. Egal wer man ist, der Winkel gibt darüber Auskunft. Jedoch nicht immer 100 prozentig korrekt. Damit gehen verschiedene Rechte einher, bzw. hängt die Härte des Umgangs der SS-Offiziere mit einem, von besagtem Winkel, beziehungsweise von der Aussage die der Winkel trifft, ab.

Nach dem Mittagessen geht der zweite Teil der Tagesordnung los. Ein wenig Gruppenarbeit und ein Spaziergang zum Mahnmal mit Massengräbern. Drei Stück an der Zahl. Die Massengräber aus der NS-Zeit, das Mahnmal aus Zeiten der DDR. Den Höhepunkt stellt wortwörtlich den höchsten Punkt dar: Der Glockenturm. Wir ganz oben – naja, fast. Es gibt noch die Glocken des Turmes, die über uns hängen. Eine wunderschöne Aussicht. Auf einem hohen Turm, auf einem hohen Berg. Die Schönheit wird jedoch von der Traurigkeit des Mahnmals begleitet. Ein bittersüßer Ort. Nach knapp zwei Stunden ist auch der Spaziergang beendet. Freiheit! Ein Glück.

Als Belohnung für unsere gute Mitarbeit am Montag ist es uns heute gestattet, nach Weimar zu fahren. In die Stadt. Es ist Weihnachtszeit, demzufolge gibt es einen Weihnachtsmarkt. Ein wohlverdienter Tapetenwechsel.

Dienstag 2: Das Erwachen der Neugier

Von:Elif Esiyok, Thomas Lieder, Cem Beese, Felix Nguyen

Der gesamte 13. Jahrgang aus dem OSZ Banken, Immobilien und Versicherungen nahm vom 03.12 bis zum 06.12.2018 an einer Kursfahrt teil, welche mit fachlichem Bezug zum Geschichts- und Deutschunterricht unternommen wurde.

Da unsere Lehrerinnen und Lehrer in Geschichte der Meinung waren, dass allein der Unterricht in der Schule nicht ausreicht, um die Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland zu verdeutlichen, haben wir eine Kursfahrt mit dem ganzen 13. Jahrgang nach Weimar gemacht.

Wir wurde in alten SS-Häusern untergebracht, welche für einige Schüler und Schülerinnen etwas abschreckend wirkte. Dies war jedoch letztendlich kein großes Problem, da die Einrichtung der Häuser sehr liebevoll gestaltet war.

Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hat einen Tag von den vier Tagen bekommen. Eine Gruppe sollte über einen Tag einen Artikel schreiben. Der Dienstag wurde uns zugeteilt.

Nachdem der Montag ziemlich stressig wegen der verspäteten Ankunft ablief, merkte man dem Dienstag schon am frühen Morgen an, dass dieser etwas ruhiger verlaufen sollte. Wir standen um 7:50 Uhr auf, um dann pünktlich um 8:00 Uhr frühstücken zu gehen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg zum Steinbruch. Während wir hinliefen, bekamen wir einige Infos über den körperlichen Zustand der Insassen von unserem Gruppenleiter.

Auch Zeichnungen, welche die Sicht der Häftlinge zeigt und auch von Häftlingen angefertigt wurden, wurden uns gezeigt. Diese wurden aber leider von den Häftlingen versteckt, da zeichnen und andere Freizeitaktivitäten nicht erlaubt waren.

Auf dem Weg zum Labor, welches sich im rechten Flügel des Torgebäudes befand, liefen wir an den übrig gebliebenen Trümmern der SS-Waffenmeisterei und dem Musikzug vorbei, wozu wir auch noch weitere Infos bekamen. Im Labor konnten wir uns Gegenstände von der SS und der Häftlinge ansehen. Was wir am interessantesten fanden, war die Coca-Cola Glasflasche, da diese zeigt, dass die USA nach Deutschland importierte.

Wir blieben nicht lange und gingen dann in den linken Flügel des Torgebäudes. In diesem befanden sich Arrestzellen, wobei einige als Gedenkräume eingerichtet wurden. Eines dieser Zimmer stach heraus. In diesem Zimmer befanden sich unter anderem Utensilien, die man beim Arzt finden kann und auch Foltergeräte.

Als wäre alles, was wir schon erfahren haben, nicht schrecklich genug, wanderten wir danach zum sogenannten „Kleinen Lager“, in dem die Häftlinge unter noch unmenschlicheren Umständen leben mussten.

Nach einer kurzen Pause und einer Unterhaltung im Seminarraum, gingen wir zur dreistöckigen Dauerausstellung: „Buchenwald: Ausgrenzung und Gewalt 1937-45“, in der wir uns frei bewegen konnten, und uns mit Audiodateien die Geschichten einiger Häftlinge anhören und interessante Gegenstände ansehen konnten.

Der nächste Gedenkort kam für uns überraschend. Zuerst machten wir am Denkmal für die Toten des Sowjetischen Speziallagers halt und liefen an den Gräberfeldern vorbei. Nach einer Weile kamen wir an dem Ort vorbei, an dem Gräber für verstorbene Nazis standen.

Wir haben schon gestaunt, da wir nicht erwartet hatten, an einem ehemaligen KZ, welches in eine Gedenkstätte umgewandelt wurde, auch nur einen Grabstein eines Soldaten oder eines Arztes aufzufinden, die am Leiden der Häftlinge mitbeteiligt waren.

Nach sehr vielen Informationen, die für uns neu waren und unseren Kopf zum Rauchen gebracht haben, sind die Lehrerinnen und Lehrer mit uns in die Stadt gefahren, damit wir auch etwas Freizeit haben und alles sacken lassen konnten. In der Stadt waren wir auf dem Weihnachtsmarkt, auf dem wir unter anderem Schlittschuhlaufen waren, Glühwein tranken und auch ein paar nette Menschen kennengelernt haben, wie zum Beispiel Studenten aus der Umgebung, mit denen wir uns unterhalten haben.

Einige Stunden später war es auch schon abends und wir fuhren zurück zur Jugendherberge, wo wir Schülerinnen und Schüler uns noch unterhalten haben, und uns entspannt haben. Pünktlich um 22 Uhr war Bettruhe.

Macht Weimar neugierig, wenn man in Berlin lebt? Genau das dachte unsere Gruppe. Also gingen wir mit nicht sehr hohen Erwartungen nach Weimar.

Allerdings müssen wir als Gruppe sagen, dass diese übertroffen wurden. Eine Kursfahrt kann nicht immer genau geplant ablaufen. Darum haben wir nur einen Verbesserungsvorschlag, welcher für das Planen für die nächsten Fahrten für die Lehrer und Lehrerinnen hilfreich sein kann: „Frühstück bitte später!“. Dennoch sehen wir die Fahrt als sehr gelungen an, denn nicht nur die Informationen waren sehr interessant, sondern auch die Menschen in Weimar. Sie waren alle freundlich und wirkten glücklicher, als die, die in Berlin wohnen. Das erweckt die Neugierde.

Mittwoch: Ehemaliges KZ Buchenwald – Das Goethehaus

Von: Egzona Shehi, Melike Arziman, Dilara Faki, Hilal Gülmez, Merve Yilmazer, Büsra Kaynak

Große Kunst im Goethehaus! Am Morgen des 05.12.2018 ist der 13. Jahrgang mit dem Bus in die Weimarer Altstadt gefahren, um das Goethehaus, eines der bedeutendsten Gebäude Weimars, zu besichtigen.

Kurz nach der Ankunft wurden alle Schüler und Schülerinnen in vier Gruppen aufgeteilt. Damit sich auch alle in dem Haus, das zugleich auch ein Museum ist, zurechtfinden konnten, hat jeder einen Audioguide und die dazugehörige Übersichtskarte bekommen, auf der die 16 für Touristen zugänglichen Räume abgebildet waren. Durch den Audioguide wurden uns schon von Beginn an zu jedem zu besichtigendem Raum ausführliche Informationen bereitgestellt.

Darunter befanden sich unter anderem der Gelbe Saal, das kleine Esszimmer und das Brückenzimmer. Das Arbeitszimmer, in dem Goethe hauptsächlich seine eigene Farblehre erstellte, sowie zwei seiner bedeutendsten Werke, ,,Faust I” und ,,Faust II” entstanden, begeisterten uns schon vom ersten Moment an.

Umso ergriffener waren wir, als wir sahen, dass uns der Zutritt verweigert wurde, denn allein schon vom Weitem betrachtet wollte man das Kissen, das auf dem Tisch in der Mitte lag, wo Goethe seinen berühmtesten Briefroman ,,Die Leiden des jungen Werthers“ geschrieben hatte und seine von ihm selbst erstellte Farblehre näher unter die Lupe nehmen.

Doch auch die Diener- und Schlafstube, in der der leuchtend blau/grünem Sessel sofort auffällt, faszinierte uns umso mehr, als wir erfuhren, dass dies der Sessel ist, in dem Johann Wolfgang von Goethe starb.

Später ging das Abenteuer weiter, denn anschließend besuchten wir die zweistöckige Ausstellung über Goethe, bei der die verschiedensten Lebensetappen von ihm aufgeführt sind. Dies sind zum Beispiel Liebe, Familie, Kunst (Politik) und Wissenschaft. Sehenswürdig waren seine Portraits und seine von ihm getragene ,,Hofuniform mit Zweispitz“. Selbstverfasste Gedichte, Lebensweisheiten, Ämter und Kommissionen, die Goethe geleitet hat und seine Kunstpolitik wurden hier verewigt.

Uns persönlich haben vor allem die Gegenstände aus der damaligen Zeit, wie zum Beispiel die Handschuhe seiner damaligen Verlobten, Ulrike von Levetzow fasziniert, da wir erst durch näheres betrachten realisierten, dass diese Handschuhe damals von einer Frau getragen wurden, die aus dem Umfeld einer der einflussreichsten und bedeutendsten Deutschen der Geschichte sind und zudem trotz einer so langen Zeit immer noch in einem so guten Zustand für uns zu sehen sind.

Nach dem Rundgang stand uns Freizeit in der Weimarer Altstadt zur Verfügung, die die einen damit verbracht haben Mittag zu essen und die anderen, um Weimar und seine Umgebung zu erkunden.

Gegen 19:00 Uhr trafen sich alle Schüler und Schülerinnen, die Lehrer und Lehrerinnen vor dem ,,Munzur Kebap Haus”. Dort führten wir in einer angenehmen und mittlerweile vertrauten Umgebung Gespräche über die schon lehrreichen verbrachten Tage im Arbeitslager, die größtenteils von guter Laune, Harmonie und Miteinander geprägt waren. Nach dem Abendessen fuhren wir zum SUPERBOWL WEIMAR, wo wir angenehme Stunden mit viel Spaß verbracht haben.

Im Großen und Ganzen war der Mittwoch ein vom Deutsch und Geschichte geprägter Tag mit viel Freizeitgestaltung und lehrreicher Erfahrung.

Mittwoch 2: Die Kursfahrt nach Weimar – Mittwoch

Von: Camle Ahmad, Sania Diab, Ritage Taha, Assma Hamade, Selina Al

Unser Tag fing, wie die anderen Tage, um 7 Uhr an. Wir machten uns fertig und trafen uns um 8 Uhr zum Frühstücken. Nach dem Frühstück bekamen wir noch etwas Zeit, um uns fertig zu machen und anschließend fuhren wir gemeinsam nach Weimar.

Wir hielten am Goethehaus. Als wir dort ankamen, wurden wir in vier Gruppen, mit jeweils einem Lehrer, eingeteilt. Jede Gruppe besichtigte zu einem anderen Zeitpunkt das Goethehaus, damit wir alle ausreichend Platz hatten, um uns die Ausstellung anzugucken.

Im Goethehaus bekamen wir ein Infobrett und einen Audioguide, der uns zu jedem Zimmer Goethes nähere Informationen gab. Fasziniert von der Einrichtung der verschiedenen Wohnräume und dem Stil Goethes, gingen wir interessiert von Raum zu Raum und informierten uns. Wir waren überrascht, wie schlicht die Kammern eingerichtet waren. Das Goethehaus ist relativ groß und spiegelt sein Interesse an der Kunst wider. Dies konnte man sehr deutlich an der Einrichtung der unterschiedlichen Räume erkennen.

Nachdem wir uns intensiv mit seinem Wohnhaus auseinandergesetzt hatten, gingen wir in das Goethemuseum. Dort erwarteten uns vielen Sammlungen Goethes zu unterschiedlichen Bereichen. Goethe sammelte in seinen Lebensjahren viele verschiedene Dinge, wie zum Beispiel Kunstgemälde. Im Museum konnten wir viele weitere private Gegenstände von Goethe betrachten.

Nach dem wir mit der Besichtigung fertig waren, hatten wir sechs Stunden Freizeit. Unsere Gruppe ging essen, besichtigte Weimar und verbrachte etwas Zeit im Weihnachtsmarkt.

Um 18.30 Uhr trafen wir uns wieder mit dem gesamten Jahrgang bei einem Dönerladen. Dort wurden wir freundlich von den Mitarbeitern empfangen. Leider saßen wir nicht alle gemeinsam, sondern teilten uns wieder in Gruppen auf, weil es nicht so viel Platz gab und wir zu viele Personen waren. Nichtsdestotrotz bestellten wir uns alle etwas zu Essen, unterhielten uns miteinander und genossen die Zeit. Als letzter Tagespunkt auf der Liste stand noch Bowling. Wir liefen nach dem Essen alle gemeinsam zum Bowling-Center und teilten uns dort wieder in Gruppen ein, um zu bowlen.

Unserer Meinung nach, ist der Tag im Großen und Ganzen sehr entspannt und schön gewesen. Allerdings muss man sagen, dass uns einige Dinge störten. Nichtsdestotrotz hatten wir Spaß und die Besichtigung des Goethehauses ist wärmstens zu empfehlen.